es liegt noch ein berg vor uns. natürlich ein angelegter berg, shanghai hat keine echten berge. ich denke, es ist vielleicht so flach wie erding? das wissen wohl nur die topographen und leute die googleearth nach erding und shanghai absuchen!
also wandern wir den berg hoch auf einem kleinen, gepfasterten weg und wenn wir ankommen, sitzt eine gruppe alter leute da, die majiang (ein kartenspiel, soweit ich das begriffen hab) spielen. überall diese alten leute^^.
wir wandern einen anderen pfad den berg hinab, nur um unten angekommen zu merken, dass wir den berg wohl im kreis rauf und runter gelaufen sind. es muss also einen anderen weg aus diesem park rausgeben. nicht über den berg, das is jetz klar. wir suchen nach bekannten objekten und erkennen eine brücke wieder. wir laufen über die brücke, schwingen uns auf einen ihrer balken seitlich der brücke und genießen noch einmal den herrlichen moment bis wir weitergehen in richtung ausgang. am ausgang hängt ein schild, das jedem vorbeigehenden erklärt, welche geschichte der LUXUN park hat. anfangs durfte er von chinesen nicht betreten werden, sondern nur von den weißen.
später einmal wurden diese vorschriften geändert. und auch chinesen durften einen park in ihrer stadt besuchen. der park wurde im rahmen des gemeinwohls ausgebaut, sodass alle teilhaben können. wir auch.
Emanzipation der Frauen - wenn 100% völlige Emazipation bedeuten, wie weit sind wir gekommen?
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Mittwoch, 20. August 2008
Samstag, 16. August 2008
verloren im park (zweiter teil)
mittlerweile sind wir also zwanzig meter in den LUXUN-park vorgedrungen und kommen gut ohne fotos aus, wir malen uns die szenerien aus. wir laufen auf einem betonpfad und laufen mittlerweile in brühend heißer luft, die uns ins schwitzen bringt (wir sind ja europäer, wir schwitzen leicht) und lange schweißspuren unter unseren achseln, entlang unserer wirbelsäule und zwischen bauch und brust erzeugt. wir laufen vorbei an kartenspielenden alten männern, die zu zwanzigst oder zu dreißigst um einen runden tisch mit vier hockern, auf denen die spieler sitzen, stehen und kommentieren. sie blicken uns an, skeptisch bis interessiert, und wir lächeln zurück und sie lächeln zurück und wir denken uns... oh gott, bin ich hier auffällig! kein bisschen chinesisch, völlig unangepasst! (hier ein zwischengedanke: es macht durchaus sinn sich anzupassen. eine leitkultur zu haben, so wie das von vielen cdu-politikern verkündet wurde, macht sinn. multikulturelle gesellschaften sind eine gewagte wirklichkeit, die solange funktioniert bis die eigentliche gesellschaftliche hauptgruppe selbst verloren hat, was sie denn auszeichnet. manchmal fragt man sich, was denn deutsche so auszeichnet. ich meine nicht den deutschen, als den nationalstaatlichen deutschen, sondern vielmehr den deutschen, der sonntags vor mittag aufsteht und das Sisu-guesthouse-bad putzt, weil es ihm für seine gewohnheit einfach zu ecklig dreckig ist.^^)
wir blicken nach rechts zu einem abgesperrten, wohlgepfelgten extra-park, der für fünfzehn kuail (zehn kuail, auch yuan genannt, entspricht einem euro) zu betreten ist. aber wir gehen weiter einen künstlichen see entlang, in dem ölreste in der sonne bunt glimmern. und schon zu lange nicht aufgepasst und aufgeschreckt, weil ein motorisiertes dreirad an uns vorbeibraust. wir besinnen uns und traben weiter, bis wir etwas wohlvertrautes sehen. die fahrgeschäfte vom volksfest!! man stelle sich vor, mitten im park sehen wir schießbuden und eine kleine achterbahn mit ihren bunt aufgemalten tigern und wohlbeschenkten frauen. irgendwas scheint faul, denn wir hören kein "suuuuu-uuuuu-p-eee--r coooool!!!" aus den lautsprecheranlagen, sondern den allgegenwärtigen cantonpop, ein pärchen singt von der liebe und dem vertrauen. solche romantiker die chinesen, auch beim rollercoasterfahren!
nochmal rattert ein motorisiertes dreirad an uns vorbei und wir rattern hinterher, leicht erschöpft von der hitze. die wege teilen sich und die landschaft zerklüftet sich, nachdem wir die brücke über die lotusblüten im wasser überquert haben. jetzt schmettert uns ein mittelmäßiger klavierspieler aus den versteckten soundboxen entgegen und wir setzten uns auf einen steinhocker und trinken erst mal was.
wir wandern weiter am see entlang während kleine paddelboote von motorbooten überholt werden. wir bemerken eine aussichtsplattform und werden, dort angekommen, von einem chinesen angesprochen, ob er ein foto mit uns haben könne. schweißdruchnässt stimmen wir zu und geben ihm später sogar noch ein autogramm, natürlich nur den vornamen! (wir wollen ja nich beschissen werden...) der junge kerl versucht noch ein paar englische sätze loszuwerden und schließlich können wir gehen und die ganze unangenehme situation ist vorbei. würden wir ihm wiederbegegnen, hätten wir wohl freundschaft geschlossen^^.
(hier endet der zweite teil...lol...also der dritte kommt bald!)
wir blicken nach rechts zu einem abgesperrten, wohlgepfelgten extra-park, der für fünfzehn kuail (zehn kuail, auch yuan genannt, entspricht einem euro) zu betreten ist. aber wir gehen weiter einen künstlichen see entlang, in dem ölreste in der sonne bunt glimmern. und schon zu lange nicht aufgepasst und aufgeschreckt, weil ein motorisiertes dreirad an uns vorbeibraust. wir besinnen uns und traben weiter, bis wir etwas wohlvertrautes sehen. die fahrgeschäfte vom volksfest!! man stelle sich vor, mitten im park sehen wir schießbuden und eine kleine achterbahn mit ihren bunt aufgemalten tigern und wohlbeschenkten frauen. irgendwas scheint faul, denn wir hören kein "suuuuu-uuuuu-p-eee--r coooool!!!" aus den lautsprecheranlagen, sondern den allgegenwärtigen cantonpop, ein pärchen singt von der liebe und dem vertrauen. solche romantiker die chinesen, auch beim rollercoasterfahren!
nochmal rattert ein motorisiertes dreirad an uns vorbei und wir rattern hinterher, leicht erschöpft von der hitze. die wege teilen sich und die landschaft zerklüftet sich, nachdem wir die brücke über die lotusblüten im wasser überquert haben. jetzt schmettert uns ein mittelmäßiger klavierspieler aus den versteckten soundboxen entgegen und wir setzten uns auf einen steinhocker und trinken erst mal was.
wir wandern weiter am see entlang während kleine paddelboote von motorbooten überholt werden. wir bemerken eine aussichtsplattform und werden, dort angekommen, von einem chinesen angesprochen, ob er ein foto mit uns haben könne. schweißdruchnässt stimmen wir zu und geben ihm später sogar noch ein autogramm, natürlich nur den vornamen! (wir wollen ja nich beschissen werden...) der junge kerl versucht noch ein paar englische sätze loszuwerden und schließlich können wir gehen und die ganze unangenehme situation ist vorbei. würden wir ihm wiederbegegnen, hätten wir wohl freundschaft geschlossen^^.
(hier endet der zweite teil...lol...also der dritte kommt bald!)
Donnerstag, 14. August 2008
verloren im park
wer meinen blog bis jetzt gelesen hat, könnte denken ich wäre elf monate lang in einer chinesischen einkaufsstraße geladet, aber nein, es gibt hier noch mehr, es gibt hier auch parks.
es war ein erschütterndes erlebnis im LUXUN park spazieren zu gehen. und auch auf die toilette zu gehen. und bananachips zu essen und abgepackten grünen tee zu trinken.
es ist schwer vorstellbar, wie anders gesellschaften und die davon geprägten menschen sein können. ich muss jetz schon schmunzeln über die vielen deutschen jugendlichen, die ich kenne, die mit riesigen ich-blasen um sich herum in die welt stampfen und denken sie wären so individuell oder besonders. diese völlige selbstüberschätzung oder die vorstellungen eines eigenen ichs teile ich nicht. die leute im park wohl auch nicht, oder ihnen ist so ein gedanke nie in den sinn gekommen.
als ich in den park hineinging erwartete ich soetwas wie den erdinger stadtpark, aber weit davon entfernt! hier waren eigentlich leute im park, die dort freunde trafen, gegessen und getrunken haben, mitten im alltag, den park nur als kulisse dessen. und alles war anders. meine umwelt hat mich noch nie so in staunen versetzt. alles, jeder stein und jeder grashalm hier sind anders. nur zu schweigen von den menschen! ich verstehe nun auch ein kleinwenig mehr über die geschichte dieses gewaltigen landes. warum china nicht hinausging um die welt zu unterwerfen und zu kolonialisieren, wie die angelsachsen es tan und tun; warum china eine rev23565olution 3482ß3842u3 der kul234234234tur (setzt die wörter selbst zusammen, ansonsten wird mein post vielleicht von einem zensurprogramm gefressen...) brauchte um sich von seiner vergangenheitspflege zu lösen, denn seine kultur steckt in jedem bisschen bearbeiteten stück sonstwas. als ausländer wird mir das besonders klar, weil ich aus einem anderem kulturkreis komme und mir hier vieles vor die nase stößt.
ich erzähle zuerst einmal was mich zum lachen brachte. die spielplätze, die von den alten leuten als fitnesscenters im freien missbraucht werden. angefeuert vom olympischen geist schwingen sie die schaukel und zeigen dem klettergerüst, was muskelkraft heißt. da, wo bei uns rasen wäre ist hier pflasterfläche oder solches halbpflaster, das dem widerspenstigsten unkraut die chance gibt in der mitte herauszuwuchern und hundertfach von schuhen und flipflops getreten zu werden. es macht auch sinn, da graß niemals standhalten würde. zu matsch oder staub zertreten von den vielen chinesen, die hier von einem weg zum andern eilen. und da, wo rasen ist, wird er abgezäunt um ihn vor dem sicheren ende zu schützen.
hier und da liegen merkwürdige steine, aus denen klassische musik kommt. es gibt auch lampen aus denen musik klingt. genauso wie in dem Sisu-guesthouse (I love my Sisu^^), wo in jeder etage etwa sechs löcher in der decke sind, aus denen morgens angenehmer jazz oder glücklicher cantonpop tönen. ich höre diese musik bis in mein zimmer, aber solange es guter jazz ist, habe ich nichts dagegen. und jetzt kommt die überraschung: KEINE lautsprecher im aufzug! ohne scherz. man würde denken, wenn schon, denn schon, hier kann ja niemand davon laufen, und eine überwachungskamera is ja schon angebracht, wäre es dann nicht angebracht einen lautsprecher irgendwo hin zu verstecken?
(hier endet der erste teil meines parkaufenthaltes, ich hoffe ihr empfehlt den blog weiter und schaut bald wieder für den zweiten teil vorbei.
es war ein erschütterndes erlebnis im LUXUN park spazieren zu gehen. und auch auf die toilette zu gehen. und bananachips zu essen und abgepackten grünen tee zu trinken.
es ist schwer vorstellbar, wie anders gesellschaften und die davon geprägten menschen sein können. ich muss jetz schon schmunzeln über die vielen deutschen jugendlichen, die ich kenne, die mit riesigen ich-blasen um sich herum in die welt stampfen und denken sie wären so individuell oder besonders. diese völlige selbstüberschätzung oder die vorstellungen eines eigenen ichs teile ich nicht. die leute im park wohl auch nicht, oder ihnen ist so ein gedanke nie in den sinn gekommen.
als ich in den park hineinging erwartete ich soetwas wie den erdinger stadtpark, aber weit davon entfernt! hier waren eigentlich leute im park, die dort freunde trafen, gegessen und getrunken haben, mitten im alltag, den park nur als kulisse dessen. und alles war anders. meine umwelt hat mich noch nie so in staunen versetzt. alles, jeder stein und jeder grashalm hier sind anders. nur zu schweigen von den menschen! ich verstehe nun auch ein kleinwenig mehr über die geschichte dieses gewaltigen landes. warum china nicht hinausging um die welt zu unterwerfen und zu kolonialisieren, wie die angelsachsen es tan und tun; warum china eine rev23565olution 3482ß3842u3 der kul234234234tur (setzt die wörter selbst zusammen, ansonsten wird mein post vielleicht von einem zensurprogramm gefressen...) brauchte um sich von seiner vergangenheitspflege zu lösen, denn seine kultur steckt in jedem bisschen bearbeiteten stück sonstwas. als ausländer wird mir das besonders klar, weil ich aus einem anderem kulturkreis komme und mir hier vieles vor die nase stößt.
ich erzähle zuerst einmal was mich zum lachen brachte. die spielplätze, die von den alten leuten als fitnesscenters im freien missbraucht werden. angefeuert vom olympischen geist schwingen sie die schaukel und zeigen dem klettergerüst, was muskelkraft heißt. da, wo bei uns rasen wäre ist hier pflasterfläche oder solches halbpflaster, das dem widerspenstigsten unkraut die chance gibt in der mitte herauszuwuchern und hundertfach von schuhen und flipflops getreten zu werden. es macht auch sinn, da graß niemals standhalten würde. zu matsch oder staub zertreten von den vielen chinesen, die hier von einem weg zum andern eilen. und da, wo rasen ist, wird er abgezäunt um ihn vor dem sicheren ende zu schützen.
hier und da liegen merkwürdige steine, aus denen klassische musik kommt. es gibt auch lampen aus denen musik klingt. genauso wie in dem Sisu-guesthouse (I love my Sisu^^), wo in jeder etage etwa sechs löcher in der decke sind, aus denen morgens angenehmer jazz oder glücklicher cantonpop tönen. ich höre diese musik bis in mein zimmer, aber solange es guter jazz ist, habe ich nichts dagegen. und jetzt kommt die überraschung: KEINE lautsprecher im aufzug! ohne scherz. man würde denken, wenn schon, denn schon, hier kann ja niemand davon laufen, und eine überwachungskamera is ja schon angebracht, wäre es dann nicht angebracht einen lautsprecher irgendwo hin zu verstecken?
(hier endet der erste teil meines parkaufenthaltes, ich hoffe ihr empfehlt den blog weiter und schaut bald wieder für den zweiten teil vorbei.
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